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Stefanie Jacomet und Christoph Brombacher
Abfälle und Kuhfladen - Leben im neolithischen
Dorf. Zu Forschungsergebnissen, Methoden und zukünftigen
Forschungsstrategien archäobotanischer Untersuchungen
von neolithischen Seeufer- und Moorsiedlungen |
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Erwin Riegert, Irene Ebneter, Renate Ebersbach,
Örni Akeret und Urs Leuzinger
Die Epi-Rössener Siedlung von Sevelen
SG-Pfäfersbüel |
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Erwin Riegert, Stefanie Jacomet, Sabine Hosch, Heide
Hüster Plogmann, Philippe Rentzel, Christine Pümpin
und Jehanne Affolter
Eine Fundstelle der Glockenbecherzeit in
Wetzikon ZH-Kempten, Tösstalstrasse 32-36 |
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Patrick Moinat et Mireille David-Elbiali
Saint-Prex (Vaud) à l'âge
du Bronze: le cas d'une commune lémanique |
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Berhard Bigler
Der Rheinsberg bei Eglisau, Kanton Zürich.
Eine spätbronzezeitliche Höhenbefestigung.
Mit einem Beitrag von Margarita Primas: Die Höhenbefestigung
im spätbronzezeitlichen Umfeld |
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Pascale Hofmann Rognon
Une carrière romaine de pierre jaune
à Hauterive NE |
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Andrea Hep und Reto Marti, unter Mitarbeit von Herrmann
Huber und David Wälchli
Neues zur Besiedlung des Fricktals in prähistorischer
und frühmittelalterlicher Zeit. Die Ausgrabungem
in Gipf-Oberfrick 1998 (Allmentweg) und 2002 (Kornbergweg) |
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Irene Ebneter
Verloren - geopfert - entsorgt. Flussfunde
aus der Thur bei Schwarzenbach und Unterbazenheid (Kanton
St. Gallen)
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Stefanie Jacomet und Christoph
Brombacher
In einem neolithischen Dorf wurden nicht nur Lebensmittel
gelagert, es gab auch haufenweise Abfall — entsprechend
übel es muss gerochen haben. Die Bewohner litten an einer
ganzen Anzahl Parasiten. Das tägliche Leben war hart
und man war den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert.
Solche Informationen haben die archäobotanischen und
archäozoologischen Untersuchungen der letzten 25 Jahre
an Seeufer- und Moorsiedlungen im Umkreis der Alpen ergeben
— und manches mehr: So ist mindestens für verschiedene
Zeiträume und Regionen zur Genüge bekannt, was angebaut
und gesammelt wurde. Doch was wissen wir darüber hinaus?
Von Interesse für die archäologische Forschung sind
vor allem Kenntnisse zur inneren Organisation von Siedlungen,
d.h. wo Abfälle hingeworfen wurden, ob und wann sich
Tiere in der Siedlung aufhielten und ob die Bewohner und Bewohnerinnen
einzelner Gebäude sich unterschiedlich ernährten.
Erst wenn solche Informationen über «intra-site-patterns»
in einer Siedlung vorliegen, können Differenzen zwischen
Siedlungsplätzen herausgearbeitet werden. Im Beitrag
wird dargelegt, dass wir darüber nach wie vor sehr wenig
wissen, d.h. es gibt trotz zahlreicher Rettungsgrabungen viel
zu wenige repräsentativ untersuchte Siedlungsplätze.
Ausserdem sind die Kenntnisse über landwirtschaftliche
Tätigkeiten in einzelnen Regionen nach wie vor sehr lückenhaft.
Von fast der die Hälfte der 86 seit den 60er-Jahren des
20. Jh. untersuchten Siedlungsplätze gibt es nur statistisch
nicht verwertbare Daten. Es besteht also weiterhin viel Forschungsbedarf,
wollen wir eines Tages Aussagen über «spezialisierte»
Siedlungen machen oder mehr Erkenntnisse zu Aktivitäten
von BewohnerInnen einzelner Häuser gewinnen. Im Hinblick
darauf wird dargelegt, wie Siedlungsplätze beprobt werden
müssen, um sich möglichst alle Optionen für
eine Auswertung offen zu halten. Wichtig ist es für die
Zukunft ausserdem, beim Sieben der Proben und bei der Quantifizierung
der Reste ein standardisiertes Vorgehen anzuwenden.
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 7–39.
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Erwin Riegert, Irene Ebneter, Renate
Ebersbach, Örni Akeret und Urs Leuzinger
Auf dem Felskopf Pfäfersbüel bei Sevelen SG im St.
Galler Rheintal führte die Entdeckung prähistorischer
Keramik in einer Baugrube zur Notgrabung. Die komplexe Schichtabfolge
enthielt Funde vom frühen Jungneolithikum bis ins Hochmittelalter.
Von herausragender Bedeutung für die Region sind die
Epi-Rössener Schichten mit zwei Siedlungsphasen. Ihnen
sind fünf Herdstellen zuzuordnen. Für die ältere
Phase kann mindestens ein Hausstandort erschlossen werden.
Das Epi-Rössener Fundmaterial enthält Kugelbecher
vom Typ Borscht-Inzigkofen. Durch wenige Funde und Befunde
lassen sich Siedlungstätigkeiten während der Lutzengüetle-
bzw. frühen Pfyner Kultur, der Horgener Kultur und der
Schnurkeramik nachweisen. Die neolithischen Schichten werden
von einem mächtigen Kulturschichtpaket mit Hausbefunden
der Früh- und Mittelbronzezeit sowie der Eisenzeit überlagert.
Einzelfunde und Befunde zeigen die Nutzung des Pfäfersbüel
in römischer Zeit und im Hochmittelalter.
Jahrbuch der Schweizerischen
Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 41–86.
Erwin Riegert, Stefanie Jacomet, Sabine
Hosch, Heide Hüster Plogmann, Philippe Rentzel, Christine
Pümpin und Jehanne Affolter
Geplante Bauarbeiten zur Erweiterung der Berufswahl- und
Weiterbildungsschule Zürcher Oberland erforderten vorgängige
archäologische Sondierungen. Abgesehen von römischen
Funden wurde eine Strate mit glockenbecherzeitlichen Scherben
entdeckt. Die darauf eingeleitete Rettungsgrabung führte
zur Freilegung eines verlandeten Bacharmes. In dieser natürlichen
Senke war eine Kulturschicht der Glockenbecherzeit erhalten
geblieben. Bauliche Strukturen wurden nicht festgestellt.
Das umfangreiche Fundmaterial und die C14-Daten lassen eine
über längere Zeit dauernde Besiedlung vermuten.
Von grossem Interesse sind zudem die Ergebnisse der Archäobiologie.
An Tierknochen liessen sich ausschliesslich Haustiere bestimmen.
Unter den Kulturpflanzen war Gerste, gefolgt von Emmer am
stärksten vertreten. Der deutliche Nachweis von Grünlandpflanzen
weist auf die Verwendung von Heu. Dies deutet auf eine Öffnung
der Landschaft im Endneolithikum.
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 87-118.
Patrick Moinat et Mireille David-Elbiali
Der vorliegende Artikel präsentiert die Resultate einer
Ausgrabung, die jüngst in Saint-Prex VD-La Moraine stattgefunden
hat, ferner sämtliche in der gleichen Gemeinde geborgenen
bronzezeitlichen Kleinfunde aus Siedlungs- und aus Grabzusammenhang.
Die Ensembles sind beschrieben und präzis datiert. Bei
der Gegenüberstellung von Nekropolen und Siedlungen springen
fünf Aspekte ins Auge:
— Die chronologische Betrachtung ergibt, dass die
spätbronzezeitlichen Siedlungen und Bestattungen mindestens
teilweise zeitgleich sind. Ausserdem erweist sich die chronologische
Sequenz der Ufersiedlung als ungewöhnlich lang.
— Das mittlere 11. Jh. v.Chr. ist in der Ufersiedlung
mit zwei Keramikfragmenten vertreten.
— Auf der Basis der Körpergräber im Genferseegebiet
lassen sich die Bestattungsriten summarisch umschreiben.
— Der Vergleich von Objekte aus Grabzusammenhang mit
solchen aus der Alltagswelt macht deutlich, dass erstere eng
mit dem/der Toten verbunden sind und einen stark symbolischen
Gehalt haben.
— Die Armreife in den Gräbern sind vermutlich
als ethnische und soziale Kennzeichen zu interpretieren.
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 119-168.
Berhard Bigler
Teil Bigler: Der Rhinsberg liegt gut 20 km nördlich
von Zürich, unmittelbar westlich der Einmündung
der Töss in den Rhein, der dort eine Knie nach Süden
bildet (Abb. 1)
Ein mächtiger, noch nicht datierter Abschnittswall
trennt seinen südlichen Teil vom nördlichen Plateau
ab. Archäologische Untersuchungen von Universität
und Kantonsarchäologie Zürich fanden in den Jahren
1998–2000 in der vom Wall eingeschlossenen Fläche
statt, mit dem Ziel, allfällige Siedlungsspuren zu erfassen
und zu datieren. Wichtigstes Ergebnis war die Entdeckung eines
noch weitgehend intakten Randwallfundaments an der Westkante
des Plateaus. Konstruktionshölzer aus Eiche ergaben C14-Daten
und ein Dendrodatum ohne Splint und Waldkante. Sie verweisen
übereinstimmend in die Spätbronzezeit (HaB).
Hinter dem Randwall und hinter dem nicht untersuchten Abschnittswall
wurden Siedlungsbefunde festgestellt, mit denen ein spätbronzezeitliches
Keramikinventar assoziiert war. Silices und wenige Fragmente
römischer und mittelalterlicher Keramik belegen die Nutzung
des Areals in weiteren Epochen.
Beitrag Primas: Eine Reihe von Wallanlagen aus
verschiedenen Perioden säumt den Hochrhein, doch ist
erst die Randbefestigung auf dem Rhinsberg mit Sicherheit
als spätbronzezeitliche Konstruktion identifiziert. Die
Uferregion des Rheins erweist sich je länger umso deutlicher
als bronzezeitliche Siedlungslandschaft. Im unteren Glatttal,
dessen Ostflanke der Rhinsberg bildet, liegt der zeitliche
Schwerpunkt der bis heute erkannten Siedlungen, Gräber
und Aktivitätszonen in der mittleren Bronzezeit und den
Frühphasen der Spätbronzezeit. Im Gebiet der Stadt
Bülach sind aber auch die jüngeren Phasen vertreten.
Die Befestigungsanlage auf dem Rhinsberg war wahrscheinlich
vom Tal aus sichtbar: Rodungen werden durch die im Wall verbauten
Eichen, die Lehmschüttung und die Holzkohle im Sediment
des Plateaus angezeigt. Damit wird aber die alte These eines
Refugiums unwahrscheinlich.
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 169-200.
Pascale Hofmann Rognon
Im Herbst 1993 führte die Überwachung eines Bauplatzes
in Hauterive NE zur Entdeckung eines Steinbruchs, in dem sog.
Pierre jaune von Hauterive (calcaire Hauterivien) abgebaut
worden war. Service und Musée d'archéologie
des Kantons Neuenburg führten darauf hin Untersuchungen
in einem zuvor als Weinberg genutzten Areal durch, bei denen
Abbauspuren als letzte Zeugen der Steingewinnung zum Vorschein
kamen. Die Analyse der archäologischen Kleinfunde war
für die Datierung von zentraler Bedeutung: Die Spuren
der Arbeitsgeräte im Fels verraten die Zeitstellung der
Tätigkeit nicht präzis, und nur die Objekte in der
Verfüllungen lieferten genaue chronologische Anhaltspunkte.
Offenkundig wurde die Hauterivekalk-Bank in zwei verschiedenen
Epochen genutzt: In römischer Zeit wurde im unteren Bereich
der Grabungsfläche Stein abgebaut. Der Fels ist dort
mit einer Schicht mit einem hohen Anteil an organischem Material
überdeckt, in der Kleinfunde ausschliesslich des 2 Jh.
n.Chr. zum Vorschein kamen. Zu einem deutlich späteren
Zeitpunkt wurde der Steinbruch erneut genutzt, nun aber der
obere Bereich. Die Auflassungsschicht enthält hauptsächlich
Steinsplitter sowie einige neuzeitliche Objekte. Schliesslich
wurden einige Mäuerchen freigelegt, die wahrscheinlich
nach dem 16. Jh. errichtet worden waren. Ihrem Standort und
ihrer stratigraphischen Lage nach zu urteilen, bildeten sie
in der jüngeren Abbauphase die Nordgrenze des Steinbruchs.
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 201-215.
Andrea Hep und Reto Marti, unter Mitarbeit
von Herrmann Huber und David Wälchli
Die Kantonsarchäologie Aargau führte 1998 und 2002
in Gipf-Oberfrick in zwei nahe beieinander liegenden Parzellen
Ausgrabungen durch. In einer viermonatigen Untersuchung am
Allmentweg (1700 m2) und einer einmonatigen am Kornbergweg
(500 m2) wurden Siedlungsreste aus mehreren Epochen freigelegt.
Strukturen sind vor allem erhalten geblieben, wenn sie vormals
eingetieft waren. Am zahlreichsten waren Befunde aus dem Frühmittelalter
(spätes 6. bis frühes 8. Jh.), darunter zwei Grubenhäuser
und einige bemerkenswert gut erhaltene Hausgrundrisse. Besonders
hinzuweisen ist auf zwei grosse, vierschiffige Pfostenbauten
von rund 13.5?24 m. Die geborgene Keramik erlaubt erstmals
eine kulturräumliche Einordnung des Fricktals in der
Merowingerzeit. Dabei zeigen sich zum einen Verbindungen ins
benachbarte Baselbiet (und das Oberrheintal), zum andern ins
Mittelland und möglicherweise in die rechtsrheinische
Alamannia – eine Beziehung, die vielleicht auch an einigen
Hausformen ablesbar ist.
Stark fragmentierte Einzelfunde weisen auf eine nahe gelegene
römerzeitliche Siedlung hin. Drei Gruben und ein Pfostenbau
stammen aus prähistorischer Zeit: die erste Grube, eine
Herdgrube mit rechteckigem Grundriss, datiert in die Spätbronzezeit,
die zweite Grube enthielt Keramik aus dem Übergang von
der Hallstatt- zur Latènezeit sowie Hirsereste, die
dritte Grube und der Pfostenbau können nicht näher
datiert werden. Ausserdem förderten die Ausgrabungen
vier Keramikscherben der Glockenbecherkultur zu Tage.
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 217-254.
Irene Ebneter
Verloren - geopfert - entsorgt
Flussfunde aus der Thur bei
Schwarzenbach und Unterbazenheid (Kanton St. Gallen)
Metallgegenstände, die im Schotter der Thur lagern,
machen den Fluss zur Quelle für die Besiedlungsgeschichte.
Goldwäscher bargen in den Jahren 1997/98 an zwei
Stellen rund 300 kg Funde aus der Thur. Unser Aufsatz
zeigt auf, welche Aussagen — zu Themenbereichen
vom Alltagsleben bis zur Besiedlungsgeschichte —
ein solches Ensemble zulässt, obwohl es teilweise
zufällig zustande gekommen ist.
Die Auswertung umfasste 1796 inventarisierte Objekte
. Die besondere Bedeutung dieser Flussfunde liegt in
der fast unerschöpflichen Vielfalt an Metallgegenständen
aus den Anfängen der Metallnutzung bis heute. Mittelbronzezeitliche
Nadeln bezeugen, dass das Sankt-Galler Thurtal bereits
in prähistorischer Zeit von Menschen begangen und
besiedelt war. Ein Rixheimschwert kann als sakral motivierte
Niederlegung der Spätbronzezeit gedeutet werden.
Keltische Münzen lassen vermuten, dass thuraufwärts
ein spätkeltischer Siedlungsplatz lag. Auffällig
ist die Menge der römischen Funde. Neben Münzen
finden sich mehrere Fibelfragmente. Römische Siedlungsspuren
fehlen allerdings noch in der Umgebung. Gegenstände
aus dem Früh- bis Spätmittelalter bestätigen
das aus historischen Quellen bekannte Siedlungsbild.
Zahlreich sind neuzeitliche Objekte.
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft
für Ur- und Frühgeschichte
88, 2005, 255-281.
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