Reformation und Gegenreformation in der Schweiz

Dienstag, 24. April 2012

Fußend auf der Lehre Luthers kombiniert mit Ansichten des Humanismus festigte Ulrich Zwingli seine Reformationslehren mit dem Ziel der Abschaffung der institutionalisierten (katholischen) Kirche zugunsten der alleinigen Unfehlbarkeit der Bibel. Erste Erfolge stellten sich schnell in Zürich durch die Bewilligung seiner Reformationsansätze durch die Politik ein. Die Messe wurde verändert, Bilder, Altäre und Orgeln aus den Kirchen entfernt sowie Klöster und andere kirchlichen Besitztümer enteignet. Der ehemals kirchliche Besitz wanderte in den Besitz der Stadt Zürich, die diesen vorwiegend für sozial-karikative Zwecke (Ausbildung von Theologen sowie Aufbau eines Sozial- und Gesundheitssystems) nutzte. Zwingli forcierte zudem – ähnlich wie Luther – die Übersetzung der Bibel in die Volkssprache und legte dabei großen Wert auf die philologische Genauigkeit (1531 Zürcher Bibel, 1536 Wittenberger Bibel).

Als politisch agierender Mensch, versuchte Zwingli nicht nur das kirchliche sondern auch das gesellschaftliche Leben zu reformieren sowie alsbald seine Zürcher Reformation auf den Rest der Eidgenossenschaft auszudehnen, um baldmöglichst gemeinsam mit den deutschen und skandinavischen Protestanten eine große Koalition gegen Papst und Habsburg zu bilden. 1528 folgte Bern, zwei Jahre später Neuenburg, während Basel – obwohl als Zentrum des Humanismus (Erasmus von Rotterdam lebte seit 1514 hier) und der Frühreformation geltend – sich als Bischofsstadt der Reformation anfangs sträubte, weshalb die Reformation dann auch nicht seitens der Stadtregierung sondern als Revolution der Stadtbevölkerung sowie der Zünfte durchgesetzt wurde. Auch in diversen Landkantonen erfolgte die Verbreitung des neuen Glaubens aufgrund der konservativen Gesinnung von Bevölkerung und (politischer) Führung – wenn überhaupt – eher zögerlich.

Aufgrund politisch-religiöser Unruhen bildeten sich auf beiden Seiten militärische Bündnisse: Zürich, Konstanz, Bern, St. Gallen, Biel, Mühlhausen, Basel, Schaffhausen sowie später auch Strassburg bildeten eine reformiertes Städtebündnis, dem die katholischen Orte Luzern, Uri, Schwyz, Zug und Unterwalden eine “Christliche Vereinigung” mit Ferdinand von Habsburg-Österreich entgegensetzte.

Die Streitigkeiten zwischen den reformierten und katholischen Kantonen der Eidgenossenschaft eskalieren des öfteren und führten zum sogenannten Müsserkrieg sowie zwei Kappelerkriegen, bei dessen zweiten Zwingli auf Seiten der Zürcher Streitmacht mit ins Feld zog und am 11. Oktober 1531 in der Schlacht bei Kappel fiel. Mit seinem Tod sowie der Niederlage der Zürcher Truppen starb auch seine Vision einer reformistischen Neugestaltung der Eidgenossenschaft. Nach dem Tod Zwinglis beschäftigten sich die reformierten Kantone vorwiegend mit Glaubensfragen. Heinrich Bullinger führte Zwinglis Werk fort und verfasste 1566 gemeinsam mit Jean Calvin das Zweite Helvetische Bekenntnis in der Hoffnung die reformierten Kirchen zu einen. Trotz allem Bestreben die Reformation zu einen, entwickelten sich drei Linien:

  • Die Zwinglianer: Auf Zwingli berufend lehnten sie die Institution Kirche größtenteils ab und beriefen sich lediglich auf die Bibel als höchste Instanz.
  • Die Täufer: Als humanistisch geprägte, widerstandswillige Bildungsschicht versuchte dieser (politisch) linke Flügel der Reformation der Erneuerung der Kirche eine Erneuerung der Gesellschaft folgen zu lassen.
  • Der Calvinismus: Frei von staatlichen Einflüssen sollte die calvinistische Kirche sittlich predigen und die Verherrlichung eines furchterregenden, allmächtigen Gottes propagandieren.

Durch fortwährende Ausbreitung der Reformation entschloss sich die katholische Kirche zu einem Abwehrmechanismus, retrospektiv als “Gegenreformation” bezeichnet. Diese Gegenreformation bestand sowohl aus einer Reformation der bestehenden katholischen Kirche selber als auch in der (kriegerischen) Ein- sowie v.a. Zurückdrängung der protestantisch-evangelischen Reformation.

Die Schweiz als Staatenbund

Dienstag, 24. April 2012

Von 1814 bis 1847, also insgesamt 33 Jahre, war die Schweiz ein lockerer Staatenbund. Die heute bestehenden Grenzen, sowohl innere, als auch äußere, wurden im Jahre 1815 am Wiener Kongress von der Eidgenossenschaft anerkannt. So wurden Genf, Wallis und Neuenburg zu Vollkantonen. Als Entschädigung für den Gebietsverlust des Waadt und des Aargau, erhielt Bern die Gebiete des Fürstentum’s Basel im Jura, sowie Biel. Der nördliche Teil dieses Gebietes stellt den Kanton “Jura” dar. Der Erwerb weiterer Gebiete für die Schweiz, beispielsweise Konstantz oder Veltins, schlugen fehl. Da die Befreiung des Alpengebietes aus der Einflussnahme Frankreichs für die Schweiz signifikant war, bestärkten die Großmächte die Schweiz in ihrer bewaffneten Neutralität. Dies sollte andere Mächte beruhigen.

Während seiner Restaurationszeit, war der Bundesvertrag für den inneren Zusammenhalt zentral. Dieser Vertrag von 1815 sprach den Kantonen große Freiheiten zu, so wurden die Münz-, Zoll- und Wehrhoheit den Kantonen übertragen. Die zentrale Instanz bildete wieder der “Tagsatz”, welcher seinen Sitz in Bern, Zürich oder Luzern hatte. Eine einzige, feste Instanz stellte die eidgenössische Kanzlei dar, welche mit der Tagsatzung jährlich in eines der Vororte umzog.

Auf dem Mittelland endeten 1830/1831 endgültig die aritsokratischen Herrschaften. Diese wurden durch liberal-demokratische Systeme ersetzt. Jedoch gab es kurzfristig in einer Übergangsphase Differenzen zwischen Liberalen und Katholisch-Konservativen und zwischen Altliberalen und Demokraten.

Nach sogenannten “Freischarenzügen, schlossen sich Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wallis zu einem Sonderbund zusammen. Ziel dieses Sonderbundes war die Wahrung gemeinsamer Interessen. Als Konsequenz folgte die gewaltsame Niederschlagung des Sonderbundes unter dem General “Henri Dufour”, im November 1847. Diese Zeit wird auch “Sonderbundskrieg” genannt.

Die Schweiz vor 1291

Dienstag, 24. April 2012

Heute ist bekannt, dass die Schweiz seit der Altsteinzeit besiedelt ist. Dichtere Besiedelung findet erst seit Ende der Eiszeit statt. Mit Beginn der Eisenzeit vermutet man die Besiedlung keltischer Stämme. Keltische Funde sind für die Namensgebung für die Periode der “jüngeren Eisenzeit” verantwortlich. Da die Kelten Handel bis in den griechischen Raum betrieben, vermutet man auch erste Schriftansätze in dieser Zeit.

Dank der Rechtfertigungsschrift Caesars für den Gallischen Krieg, auf dem Gebiet der heutigen Schweiz, ist heute ebenfalls bekannt, dass folgende keltische Stämme in der Schweiz gelebt haben: Die Helvetier im Mittelland, die Lepontier im heutigen Tessin, die Seduner im Wallis und am Genfersee und die Raetier in der Ostschweiz. Bis in das erste Jahrhundert nach Christus wurde die territorale Schweiz vom römischen Reich vereinnahmt, um die Alpenpässe nach Germanien für die Gebietserweiterung Italiens zu sichern. Der Großteil der Schweiz gehörte zu der Römer-Zeit der Provinz “Germania superior” an, weitere Provinzen bildeten “Raetia” und “Gallia Transpadana”. Hauptstädte der damaligen Schweiz waren die helvetische Hauptstadt “Aventicum”, sowie die römischen Kolonien “Julia Equestris”, “Augusta Raurica” und “Forum Claudii Vallensium”. Die vorhandenen keltischen Stämme übernahmen jede Sitte, die kulturellen Ansichten und sprachliche Angewohnheiten der Römer.

Als im Jahr 401 die Goten in die römische Schweiz regelrecht einbrachen, wurden alle römischen Truppen vom Alpengebiet entfernt. So erhielten die Burgunder das Herrschaftsrecht an der Westschweiz, die Alemannen wachten über die Zentral-und Ostschweiz. Ausschließlich die Alpengebiete verblieben unter der Aufsicht kelto-romanischer Herrscher. Interessant sind die noch heute zu erkennenden Merkmale der römischen Herrschaft über die Schweiz, zum Beispiel das Straßennetz, die römischen Siedlungen, die römische Raumeinteilung und die kirchliche Organisation.

Die romanische Bevölkerung der Zentral- und Ostschweiz, nahm sich im Frühmittelalter der alemannischen Sprache an. In der Westschweiz konnte sich die Sprache der Burgunder nicht durchsetzen, hier fanden lateinische Dialekte Zuspruch. Im sechsten Jahrhundert, wurden die Gebiete der Alemannen und Burgunder in das Fränkische Reich eingegliedert.

Unter dieser fränkischen Herrschaft, wurde das gesamte Reich in den Christentum eingeführt. Dies ist insbesondere an der Gründung zahlreicher Klöster erkennbar. Schon bald kam es zu einer Feudalisierung im Reich, das “Erbhörigkeit-Verhältnis” wurde eingeführt. Ab 1033 zählte das gesamte Territorium zu dem “Heiligen Römischen Reich”.